5. Forum für Rechts- und Notarfachwirte

Fortbildung und Erfahrungsaustausch in Berlin

Vom 15. bis 17. November 2012 fand in Berlin das "5. FORUM für Rechts- und Notarfachwirte, Bürovorsteher/in, Office-Manager/in und erfahrene Renos" statt. Neben dem Verein zur Förderung der Beruflichen Weiterbildung der RENO-Angestellten in Berlin und Brandenburg e.V. und der Reno Berlin-Brandenburg e. V. war auch in diesem Jahr erneut die Beuth Hochschule für Technik Berlin Kooperationspartner bei der Vorbereitung und Durchführung dieser Veranstaltung, in deren Räumen die Begrüßungsveranstaltung am Donnerstagabend stattfand.

Der Bachelor – eine Zukunft für Fachwirte?

Prof. Dr. Florian Schindler, Direktor des Fernstudieninstituts der Beuth Hochschule, informierte in seinem Einführungsvortragüber den geplanten berufsbegleitenden Bachelor Studiengang für Fachwirte. Herr Klein von der IHK informierte in einem informativen Beitrag die neuen Bildungsmöglichkeiten im europäischen Raum, die nunmehr auch in der Bundesrepublik tatkräftig umgesetzt werden. Die damit verbundenen Chancen für alle Bürger auf Aus- und Weiterbildung sind erheblich. Zwei Studentinnen der Beuth Hoch-schule haben im Rahmen ihrer Abschlussprüfung untersucht, welche Bedürfnisse Fachwirte für das Bachelor Studium angemeldet haben, welche Chancen sie sich ausrechnen.

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Auch der Vorstand der RENO Berlin-Brandenburg betonte in seiner Rede, wie erfreulich es sei, dass Fachwirte aller Richtungen noch weitere Chancen auf berufliche Zukunft haben. Mit diesem Bachelorstudium gelingt es den interessierten Kollegen, ihre berufliche Laufbahn auf den akademischen Weg zu bringen. In der heute sich schnell drehenden Berufswelt muss das nicht für jeden Rechts- oder Notarfachwirt der richtige Weg sein. Aber für die Kollegen, die beispielsweise mit einem Studium liebäugeln, kann es der ultimative Einstieg sein, der zudem noch das gesamte erworbene praktische Fachwissen anerkennt. Anschließend bestand noch Gelegenheit, bei einem Imbiss und Getränken in lockerer Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu kommen.

 

RVG – Neues aus der Rechtsprechung und Vorschau auf das neue RVG

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Am Freitagvormittag stand ein Seminar mit Heinz Hansens, Vorsitzender Richter am Landgericht Berlin und Autor zahlreicher Fachpublikationen zum anwaltlichen Vergütungsrecht, auf dem Programm zum Thema „Neues aus der Rechtsprechung und Vorschau auf das neue RVG“. Der Referent erläuterte zunächst umfassend die Gesetzeslage und aktuelle Rechtsprechung zur Kostenerstattung bei Terminsvertretungen sowie für Anwalts- und Parteireisen. Sodann gab er einen Überblick über die geplanten Änderungen des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes im Rahmen des Zweiten Gesetzes zur Modernisierung des Kostenrechts. Das ebenfalls für den Vormittag geplante Seminar „Word 2010“ ist leider ausgefallen; einige der hierfür angereisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzen das Angebot, sich noch kurzfristig dem RVG-Seminar anzuschließen.

 

Rund um die Kostenfestsetzung

Wer wollte, konnte dann am Nachmittag gleich weitermachen mit dem anwaltlichen Gebührenrecht beim Workshop „Kostenfestsetzung, Festsetzung der Zwangsvollstreckungskosten, Vergütungsfestsetzung/Vergütungsklage“. Dozentin Gundel Baumgärtel, Geprüfte Bürovorsteherin und Fachbuchautorin, gab in ihrer gewohnt erfrischenden Art zahlreiche Praxistipps für die Effektivierung der Kosten- und Vergütungsfestsetzung und stellte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Skript mit vielen Mustertexten zur Verfügung.

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Wer hat schon was zu verschenken?

Parallel hierzu erörterte man am Freitagnachmittag bei Stefanie Reichert die Frage „Wer hat schon was zu verschenken? - Wie optimiere ich meine Lohnersatzleistungen bei Schwangerschaft, Elternzeit oder Arbeitslosigkeit?". Behandelt wurden insbesondere die Themen Sozialversicherung, Lohnsteuer und Lohnersatzleistungen. Anhand von Rechenbeispielen zur Entgeltabrechnung erläuterte die Dozentin auch die Konsequenzen der Steuerklassenwahl im Hinblick auf später eventuell zu erwartende Lohnersatzleistungen. Das Seminar fand großen Zuspruch und war nicht nur für Personalverantwortliche interessant, sondern auch für jeden Arbeitnehmer. Da nur der Nachmittag für dieses umfassende Thema zur Verfügung stand, wurde an die Referentin der Wunsch herangetragen, das Seminar im Jahr 2013 zu wiederholen bzw. zu vertiefen.

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Eine moderne zukunft der/des RENO-Fachangestellten

Am Freitagabend trafen sich interessierte FORUM-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer sowie Vertreter des Berliner Oberstufenzentrums Recht zu einer Diskussion unter dem Motto „Eine moderne Zukunft der/des RENO-Fachangestellten“. Kollegin Stefanie Reichert informierte zunächst über den aktuellen Stand der Verhandlungen der Sozialpartner zur Novellierung der Ausbildungsverordnung der/des RENO-Fachangestellten, welche bereits weit vorangeschritten sind. Die Inhalte für die gemeinsame Grundbildung aller vier Ausbildungsberufe (Rechtsanwaltsfachangestellte/r, Notarfachangestellte/r, Patenfachangestellte/r sowie Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/r) sind weitgehend definiert. Derzeit arbeiten kleinere Arbeitsgruppen an der Formulierung der spezifischen Ausbildungsinhalte der Einzelberufe. Das Ziel, die neue Ausbildungsverordnung schon 2013 zu verabschieden, dürfte erreicht werden können. In der anschließenden Diskussion, welche in gewohnter Weise von Herrn Rechtsanwalt Sittner moderiert wurde, beantworteten die an den Novellierungs-Verhandlungen beteiligten Kolleginnen Reichert, Stern und Sorge zahlreiche Fragen des Auditoriums und nahmen viele Vorschläge für die weitere Arbeit an der Ausbildungsordnung auf, so unter anderem zur Gestaltung praxisorientierter Prüfungen. Einig war man sich allerdings auch bei der diesjährigen Diskussion, dass eine Novellierung des Berufsbildes allein unseren Beruf nicht attraktiver macht. Wichtig ist auch eine leistungsangemessene Vergütung.  

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Am Samstag standen noch einmal zwei Seminare auf dem Programm des 5. FORUMs. Frau Prof. Dr. Jutta Lukoschek gab in ihrem Seminar "Erbrecht" eine Einführung zum EU-Erbrecht, erläuterte die Erbrechtsverordnung, welche das Erbrecht mit Auslandsberührung regelt, informierte über den internationalen Erbschein und die Verordnungen des EU-Rates. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfuhren, welches Recht bei der Scheidung Anwendung findet und welche Regelungen zur Zuständigkeit im Scheidungsverfahren gelten.

Alles neu? Die Reform der Sachaufklärung in der Zwangsvollstreckung

Bei Frau Prof. Brigitte Steder von der FH Meißen hieß es am Samstag "Alles neu? Die Reform der Sachaufklärung in der Zwangsvollstreckung". Die Dozentin stellte die ab dem 01.01.2013 geltenden geänderten Vorschriften zur Zwangsvollstreckung durch den Gerichtsvollzieher vor und gab wertvolle Tipps zur Strategie im Zusammenhang mit den ab dem 01.01.2013 zu erteilenden Vollstreckungsaufträgen. Die Teilnehmer der ausgebuchten Veranstaltung nahmen u. a. zur Kenntnis, dass nunmehr jeder beliebige Gerichtsvollzieher mit der Ermittlung der Anschrift von Schuldnern beauftragt werden kann, der Gerichtsvollzieher weitergehende Möglichkeiten bei der Bewilligung von Ratenzahlung hat, solange der Gläubiger nicht widerspricht und der Gerichtsvollzieher sogar Informationen bei Dritten über Arbeitsverhältnisse, Fahrzeuge und Bankverbindungen des Schuldners einholen darf. Es wurde auch auf den ab dem 01.03.2013 geltenden Formularzwang bei der Forderungspfändung hingewiesen. Im Verlauf der Veranstaltung ergaben sich angeregte Diskussionen der Teilnehmer über den Sinn der Neuerungen mit den erwarteten Auswirkungen auf die Praxis. Zur Bewältigung der kommenden Neuerungen stellte die Dozentin ein ausführliches Manuskript mit einer Synopse der alten und neuen Normen zur Verfügung. Die Dozentin ließ sich auch durch einen intensiv Kontakt suchenden, deutlich indisponierten Partyheimgänger mit anschließendem Polizeieinsatz vor dem Seminarraum nicht aus der Ruhe bringen.

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Für die organisatorische Vorbereitung des FORUMs, das angenehme Umfeld und die hervorragende Bewirtung geht erneut ein herzlicher Dank an die gastgebende RENO Berlin-Brandenburg sowie die Kolleginnen der Geschäftsstelle.

Wir freuen uns alle schon auf das 6. Forum im September 2013 in Berlin.

 

Marlies Stern, Irena Strobach, Michael Pielsticker, Ruth Girmes

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